Seri­en­kri­tik: iZom­bie

iZom­bie ist eine Serie des US-amerikanischen  Sen­ders The CW, die sich der Zombie-Thematik auf eine ori­gi­nel­le Wei­se annimmt. Sie basiert lose auf dem gleich­na­mi­gen Comic von Ver­ti­go (DC Comics). Bis­her umfasst die Serie zwei Staf­feln, wel­che auf DVD und Blu-ray erhält­lich sind, und sie wur­de um eine drit­te Staf­fel ver­län­gert. Die ers­te Staf­fel ist zudem auf Net­flix ver­füg­bar.

Liv in ihrem neu­en Zombie-Look.
© 2017 War­ner Bros. Enter­tain­ment Inc. All rights reser­ved

Hand­lung:

Oli­via ‘Liv’ Moo­re (Rose McI­ver “Once Upon a Time”) hat alles was sich eine Frau wün­schen kann: Sie ist jun­ge Dok­tor­an­tin in der Herz­chir­ur­gie in Seat­tle, attrak­tiv, ist mit ihrem Traum­mann ver­lobt — kurz gesagt ver­läuft ihr Leben exakt nach ihrem Plan. Um mehr sozia­le Kon­tak­te zu knüp­fen, nimmt sie an einer Boots­par­ty teil, die jedoch fürch­ter­lich schief geht. Auf dem Boot bricht plötz­lich das völ­li­ge Cha­os aus, das in einem blu­ti­gen Mas­sa­ker endet. Am nächs­ten Tag wacht Liv in einem Lei­chen­sack als Zom­bie auf.

Liv hat sich in vier­lei Hin­sicht ver­än­dert: Ihre Haut ist äußerst blass, ihre Haa­re haben jeg­li­che Far­be ver­lo­ren und sie hat einen zügel­lo­sen Appe­tit auf mensch­li­che Gehir­ne. Sie löst umge­hend ihre Ver­lo­bung mit Major (Robert Buck­ley “One Tree Hill”) auf, um ihn zu schüt­zen. Um ihr Zombie-Dasein vor der Öffent­lich­keit zu ver­ber­gen, fängt sie an im Lei­chen­schau­haus zu arbei­ten. Die­ser Job hat noch den Vor­teil, dass sie bequem an Gehir­ne kommt, ohne dafür Men­schen töten zu müs­sen. Liv freun­det sich mit ihrem Vor­ge­setz­ten, Dr. Ravi Cha­krab­ar­ti (Rahul Koh­li), an. Die­ser fin­det ihr Geheim­nis schnell her­aus und ver­sucht ein Heil­mit­tel für sie zu ent­wi­ckeln.

Ein Neben­ef­fekt des Ver­zehrs mensch­li­cher Gehir­ne ist, dass Liv Visio­nen vom Leben der dahin­ge­schie­de­nen Per­so­nen hat und über einen begrenz­ten Zeit­raum deren Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten annimmt. Somit sieht Liv bei Mord­op­fern Visio­nen von deren Tod, die dann zum Täter füh­ren. Sie hilft mit ihrer Fähig­keit Detec­tive Cli­ve Babi­ne­aux (Mal­colm Good­win “Brea­k­out Kings”) vom Seat­tle PD, die Mord­fäl­le zu lösen. Cli­ve hält Liv ledig­lich für ein Medi­um und ahnt nichts von ihrem wah­ren Zustand. Als Blai­ne (David Anders “Ali­as”), der Mann der sie auf dem Boot zu einem Zom­bie mach­te, eines Tages auf­taucht, fan­gen die Pro­ble­me erst wirk­lich an…

 

Zom­bies mal anders

Ravi bei der Aut­op­sie eines Mord­op­fers.
© 2017 War­ner Bros. Enter­tain­ment Inc. All rights reser­ved

Zom­bies wer­den in Fil­men oder TV-Serien meist als ver­stand­lo­se, lang­sam ver­we­sen­de, umher­ir­ren­de Unto­te dar­ge­stellt. In iZom­bie unter­schei­den sich die Zom­bies aller­dings ledig­lich durch ihre (nicht vor­han­de­nen) Vital­funk­tio­nen, ihr blei­ches Aus­se­hen und ihre außer­ge­wöhn­li­chen Gelüs­te vom Rest der Mensch­heit. Zu den typi­schen Unto­ten, die bei­spiels­wei­se in “The Wal­king Dead” zu sehen sind, wer­den die Zom­bies erst wenn sie meh­re­re Mona­te kein Gehirn ver­speist haben — wenn es dazu erst ein­mal kommt gibt es kein Zurück mehr. Außer­dem hat Liv noch eine wei­te­re Fähig­keit, wel­che sie in der eng­li­schen Ori­gi­nal­fas­sung ‘Full on Zom­bie Mode’ nennt: Wenn sie sehr hung­rig oder äußerst wütend ist, dann ver­fügt sie über eine über­mensch­li­che Stär­ke, ihre Augen wer­den rot und sie ver­liert jeg­li­che Kon­trol­le über sich.                    

Das Set­ting der Serie ist ori­gi­nell und stellt Liv als ‘Haupt-Zombie’ in einen neu­en, erfin­de­ri­schen Kon­text. Ihre Arbeit als Gerichts­me­di­zi­ne­rin stillt ihren Hun­ger aber ver­sorgt sie vor allem mit neu­er Hoff­nung. Da sie auf­grund ihrer Gaben  Mör­der hin­ter Gin­ter brin­gen kann, hat ihr ‘Leben’ wie­der einen Sinn erhal­ten. Alles was sie auf­ge­ben muss­te — ihren Ver­lob­ten, die enge Freund­schaft zu ihrer Mit­be­woh­ne­rin Pey­ton (Aly­son Mich­al­ka “Ein­fach zu haben”) — sind aus ihrer Sicht nun Opfer, die sie brin­gen muss­te, um einem höhe­ren Zweck zu die­nen.

Jede Fol­ge befasst sich mit einem neu­en Fall, den Liv und Cli­ve gemein­sam lösen. iZom­bie ist somit eine Art  Mischung aus “CSI” und “The Wal­king Dead” — und das funk­tio­niert. Wäh­rend sie die Fäl­le lösen, hat Liv zunehms Schwie­rig­kei­ten ihrem gehei­men Lebens­stil vor Cli­ve zu ver­ber­gen. Doch meist eilt Ravi ihr zu Hil­fe, sobald sie in Erklä­rungs­nö­te gerät.

Da Liv nicht nur die Erin­ne­run­gen ihrer Mahl­zei­ten über­nimmt, son­dern auch deren Cha­rak­ter­zü­ge, ist die schau­spie­le­ri­sche Leis­tung von Rose McI­ver herr­lich abwechs­lungs­reich. So ist sie in einem Moment etwa eine süch­ti­ge Spie­le­rin und wenig spä­ter eine durch­ge­knall­te Stal­ke­rin. Durch die dar­aus resul­tie­ren­de Viel­zahl von Figu­ren, beweist Rose McI­ver ein beacht­li­ches Facet­ten­reich­tum ihrer schau­spie­le­ri­schen Fer­tig­kei­ten. Aller­dings ist ihre Dar­bie­tung des ‘Full on Zom­bie Mode’ aus­bau­fä­hig, da die­se doch recht ener­gisch an die Tür des Over­ac­ting klopft.

 

Fazit

iZom­bie ist eine span­nen­de und wit­zi­ge Serie, die Zom­bies in einem ganz unge­wöhn­li­chen Bezugs­rah­men zei­gen. Die Serie eig­net sich wun­der­bar für einen Mara­thon, denn es ist von allem etwas dabei: Kri­mi­nal­fäl­le, Intri­gen, Emo­tio­nen und eine gehö­ri­ge Por­ti­on schwar­zer Humor.

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Ein Kommentar

  1. Guck ich mir an! Cool!

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