Film­kri­tik: Cha­os im Netz

Randale-Ralph ist zurück! Die­ses Mal machen Ralph und sei­ne Freun­din Vanell­o­pe in Cha­os im Netz das Inter­net unsi­cher. Am 24. Janu­ar star­tet das neue Aben­teu­er und hier erfahrt Ihr, ob sich ein Kino­be­such lohnt.
Ralph und Vanellope - Chaos im Netz

Ab ins Inter­net!
©2018 Dis­ney. All Rights Reser­ved.

Hand­lung:

Seit ihrer Begeg­nung in “Ralph reichts” sind Vanell­o­pe und Ralph die bes­ten Freun­de. Sie haben eine fes­te Rou­ti­ne: Jeder ist in sei­nem eige­nen Spiel bis die Spiel­hal­le schließt und danach tref­fen sie sich und ver­brin­gen ihre Frei­zeit gemein­sam. Ralph ist damit sicht­lich glück­lich, aber Vanell­o­pe lang­weilt sich all­mäh­lich als Fah­re­rin der sich stets wie­der­ho­len­den Stre­cken in “Sugar Rush”. Ralph möch­te dies ändern und baut ihr eine neue Renn­stre­cke, die Vanell­o­pe sofort begeis­tert Pro­be fährt.

Doch das Mäd­chen, das in die­sem Moment “Sugar Rush” spielt ist durch die alter­na­ti­ve Stre­cke der­art frus­triert, dass sie das Lenk­rad des Arcade-Games ram­po­niert. Da es für so ein altes Spiel kaum Ersatz­tei­le gibt, ent­schließt sich Spielhallen-Betreiber Mr. Lit­wak dazu das Renn­spiel in weni­gen Tagen aus­zu­stöp­seln. Um dies zu ver­hin­dern machen sich die bei­den Freun­de auf ins Inter­net, da sie von einer mys­te­riö­sen Insti­tu­ti­on namens eBay gehört haben, bei der man anschei­nend alles Mög­li­che erhal­ten kann. Und tat­säch­lich fin­den sie dort ein sehr teu­res Lenk­rad. Aber die bei­den Video­spiel­fi­gu­ren ver­fü­gen über kei­ner­lei finan­zi­el­le Mit­tel und müs­sen sich so über­le­gen wie sie im Inter­net an Geld kom­men…

Cha­os im Netz — In jeder Hin­sicht gelun­gen!

Bereits die Sto­ry von “Ralph reichts” war eine ori­gi­nel­le Idee: Der Zuschau­er blickt hin­ter die Kulis­sen von Video­spie­len und erlebt die Figu­ren bekann­ter Games ganz ‘pri­vat’. Bei Cha­os im Netz legen die Macher noch eine Schip­pe drauf und ver­bild­li­chen das Inter­net. Dies bie­tet noch viel mehr Mög­lich­kei­ten als der Stoff des ers­ten Teils — und spricht auch mehr Leu­te an, da das Inter­net für so gut wie jeden Teil des All­tags ist. Auf genia­le Wei­se wird das Inter­net zum Leben erweckt. Regis­seur Phil Johnston erschafft eine bun­te Welt, die tref­fen­der und wit­zi­ger nicht hät­te aus­fal­len kön­nen. Zuviel soll nicht ver­ra­ten wer­den, aber wenn die Ava­tare der Internet-User nichts ahnend durch die Gegend strei­fen und plötz­lich ein Schild von einem Pop-Up ins Gesicht geschla­gen bekom­men, dann ist der Lach­an­fall vor­pro­gram­miert.

Vanell­o­pe und Ralph sind ein star­kes Duo.
©2018 Dis­ney. All Rights Reser­ved.

Die cle­ve­re Mach­art sorgt dafür, dass jeder Gag sitzt. Denn alle bekann­ten Platt­for­men wie Goog­le, Insta­gram oder You­Tube wer­den in die Man­gel genom­men. Außer­dem ist die bild­li­che Dar­stel­lung des Inter­nets abso­lut gelun­gen: Ein zeit­wei­se ver­wir­ren­der und wuse­li­ger Ort vol­ler Reiz­über­flu­tung, in dem sich Mil­lio­nen von Men­schen tum­meln, sei es zum Shop­pen, zur Selbst­dar­stel­lung oder zur Kon­takt­knüp­fung. Selbst das Dar­knet las­sen die Macher nicht aus! Zudem wer­den neben dem gan­zen Witz auch erns­te­re The­men ange­ris­sen, wie bei­spiels­wei­se hass­erfüll­te Kom­men­ta­re — so schafft es Cha­os im Netz auch die Schat­ten­sei­ten des World Wide Webs ein­zu­bau­en, was auch für emo­tio­na­le­re Momen­te sorgt.

Als wäre das nicht bereits genug, beweist Dis­ney auch noch eine gehö­ri­ge Por­ti­on Selbst­iro­nie. Denn die bekann­tes­ten Prin­zes­si­nen ver­sam­meln sich in Cha­os im Netz, und zei­gen sich (teil­wei­se über­ra­schend) eman­zi­piert. Prin­zes­si­nen wie Elsa, Meri­da oder Vaiana wur­den in ihren eige­nen Fil­men bereits als star­ke und unab­hän­gi­ge Per­sön­lich­kei­ten ein­ge­führt. Doch hier kom­men auch alt­mo­di­sche­re Königs­töch­ter wie Ari­el­le oder Cin­de­rel­la im 21. Jahr­hun­dert an und zie­hen sich selbst durch den Kakao — ein­fach brül­lend komisch.

Disney Prinzessinnen in Chaos im Netz

Alle Disney-Prinzessinnen auf einem Hau­fen.
©2018 Dis­ney. All Rights Reser­ved.

Das selbst­wuss­te Auf­tre­ten der Disney-Prinzessinen ist aber nicht nur wit­zig, son­dern ent­hält auch eine Bot­schaft. In der jet­zi­gen Zeit, der #MeToo-Ära, sind star­ke weib­li­che Cha­rak­te­re gefragt. Der Mäu­se­kon­zern zieht mit und räumt nicht nur mit alten Kli­schees auf, son­dern führt auch eine wei­te­re Power­frau ein: Ein gro­ßer Teil des Films spielt in dem Renn­spiel “Slaugh­ter Race”, bei wel­chem die toughe Shank das Sagen hat. Vanell­o­pe ist augen­blick­lich von dem Spiel und vor allem von Shank begeis­tert. So fin­det ein wei­te­rer eman­zi­pier­ter Cha­rak­ter einen Platz in dem Film. Und neben­bei bemerkt sind die Ver­fol­gungs­jag­den inner­halb die­ses Spiels fan­tas­tisch ani­miert. In die­ser Hin­sicht kann sich Cha­os im Netz sogar mit den bes­ten Action­fil­men mes­sen.

Chaos im Netz

©2018 Dis­ney. All Rights Reser­ved.

Fazit:

Cha­os im Netz ist in jeder Hin­sicht gelun­gen! Hier kom­men Jung und Alt auf ihre Kos­ten. Der Humor reicht von Slap­stick über Star-Wars ‑und Marvel-Witze bis hin zur ins­ge­samt äußerst raf­fi­nier­ten Dar­stel­lung des Inter­nets selbst — es ist wirk­lich für jeden etwas dabei. Hin­zu kommt, dass der Film dyna­misch und optisch anspre­chend ani­miert ist. Außer­dem ist die Bezie­hung zwi­schen Ralph und Vanell­o­pe, die nach wie vor das Herz­stück des Films ist, wei­ter­hin inter­es­sant und die Cha­rak­te­re sind ein­fach lie­bens­wert. Die emo­tio­na­len Momen­te, zu denen auch die obli­ga­to­ri­sche ‘Moral von der Geschich­te’ gehört, kom­men hier ohne viel Pathos aus. Cha­os im Netz ist ein her­vor­ra­gen­der Film, der sich kein Disney-Fan ent­ge­hen las­sen soll­te.

Cha­os im Netz star­tet am 24. Janu­ar in den deut­schen Kinos!

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